Ministry 1990, das war kein Synthpop á la Depeche Mode mehr und das war auch noch nicht das legendäre Psalm 69 ( inkl. Jesus Built My Hotrod), welches kurze Zeit später veröffentlicht wurde. Ministry 1990 waren diese Herojunks, die einfach nur die anstrengendste Metalmusik der Gegenwart machten – Industrial Metal halt. Aber nicht so dekonstruierend wie Einstürzende Neubauten oder SPK und noch nicht so stadiontauglich wie Nine Inch Nails, Rammstein oder Marilyn Manson später, sondern einfach nur auf die Fresse.
Das Konzert spricht für sich, das Gitter zwischen Band und Publikum, wilde Videoeinspielungen und ein bellender Al Jourgensen schieben mit Mad Max-Vibes heftig an. Fehlen darf auch nicht die Zugaben-Rede von Jello Biafra, der das Publikum mit The Yankee Swastika, burn baby, burn! nochmal richtig einheizt. Letzter Track ist The Land Of Rape And Honey, bei dem Goebbels gesamplet wird und eine Kontinuität von Nazi-Deutschland zu den USA gezogen wird. Muss man gehört haben, um es (vielleicht) zu verstehen.