
2023 war wieder ein interessantes Jahr für Musik mit vielen verschiedenen guten Alben in den verschiedensten Genres, die mich über das Jahr begleitet haben. Deswegen ist dieses Jahr meine Liste grob chronologisch angeordnet:
Das Jahr fing bei mir hauptsächlich mit Hip-Hop an, SCARING THE HOES von Peggy und Danny schoben gut nach vorne mit einem Album, wo man gerne ein paar Banger beim Feiern hören würde, egal, wenn es den Hoes Angst macht.
Slowthais UGLY war ein weiteres unterhaltsames Album, was ein bisschen der Defintion von Hip-Hop entweicht, dieses mal jedoch eher in Richtung Pop-Musik.
Mehr in Richtung Underground folgte dann Maps von Billy Woods und Kenny Segal. Jazziger Sound mit dem typischen Spoken Word-Stil von Woods und wie immer sehr deepen Lyrics.
Apropos Spoken Word: Stumpwork von Dry Cleaning kann leider nicht ganz von für mich an das brilliante New Long Leg anknüpfen, ist aber trotzdem mal ein reinhören wert.
Danach ging es bei mir in England weiter. Space Heavy von King Krule ist ein klassisches King Krule Album, aber auch ein sehr gutes. Wer Bock auf ruhigen psychedelischen Indie-Kram hat, wird hier fündig. Einzig der zweite Song, auch wenn interessant, stört mich ein bisschen an dem Album, weil er ein bisschen out-of-place ist.
Wem King Krule noch zu aufregend ist, kann gerne mal in Greg Foats‘ und Gigi Masins Dolphin reinhören. Sehr entspannte Ambientsounds, Slow Jazz, viele Unterwasservibes.
Dann erschien wohl mein Lieblings Rap Album des Jahres mit MIKEs und Wikis Faith is a Rock. Produktion kommt hier wieder von Alchemist, der wieder tief gediggt hat und ähnlich wie die beiden Rapper hier scheinen kann.
Noname kam auch wieder aus der Versenkung hat mit Sundial ein typisch entspanntes Hip-Hop Album mit viel Soul rausgebracht.
Avant Garde elektronische Musik kam dieses Jahr wieder von Oneothrix Point Never, der mit seinen sehr interessanten Sound Collagen auf Again ein echt schönes Album rausgebracht hat, was mich viel begleitet hat in diesem Jahr.
Nach einem ruhigen Intro erklingt plötzlich ein saftiger Hardcore Chord: It’s Zulu in this Bitch! Zulu brachte dieses Jahr mein wahrscheinlich liebstes Hardcore/Powerviolence Album mit A New Tomorrow in den letzten Jahren raus. Schlaue Texte von Leuten, die Bock auf politische Musik haben, die sehr zu Reflektion aufruft. Besonders gefallen mit hier die Kontraste, die beiden Sänger, die Jazz-Passagen unterbruchen von Blastbeats. Passt hier alles.
SAVED! von Reverend Kristin Michael Hayter (FKA Lingua Ignota) ist, wie schon beschrieben, wieder ein sehr bewegendes Album von ihr, die mich wieder in eine Spirale gebracht hat alle ihre Alben Front to Back zu hören. Sehr schöne und schöne hässliche Klänge auf diesem Album.
Düstere Musik gab es auch mit dem Rerelease von I Shall Die Here/ Earth Triumphant von The Body. Es gibt hier ein paar extra Songs und ist defintiv ein Reinhören wert, wenn man auf langsame, düstere Klänge steht.
Ähnliche Klänge, aber oft einfach viel schneller, gibt’s auf der EP Devil Music von Portrayal of Guilt. Die Band kam eigentlich aus dem Post-Hardcore, haut aber mit dieser Platte einen krassen Klang irgendwo zwischen Powerviolence und Blackmetal raus, was irgendwann in der zweiten Hälfte zu Geschreie über Cellos mutiert und mich etwas Rushad Eggleston in Teilen erinnert. Um genauer zu sein, besteht die zweite Hälfte aus „Covern“ von der ersten, sehr interessant, wie hier die Ideen nochmal komplett anders interpretiert werden. Der Titel des Albums ist tatsächlich schon Beschreibung genug. Voll mit geilem Schlagzeug – wer es mit dem Instrument hat, auf jeden Fall lohnenswert.
Es ist schon echt gemein grouptherapy. Brockhampton 2.0 zu nennen, aber für mich sind sie so ziemlich das. Ähnliche Songs, jedoch mehr erwachsen, reifer und wahrscheinlich auch noch länger gut zu hören,
i was mature for my age, but i was still a child ist ein must-listen, für jeden der damals in dem Brockhampton Hype gefangen war.
Auch sehr spät, durch Fantanos Top 50 Liste, habe ich The Lamb as Effigy entdeckt, über welches ja auch hier schon geschrieben wurde. Sprain haben hier richtig einen rausgehauen Das Album nimmt sich sehr viel Zeit und verlangt diese auch von seinem Zuhörer: 96 Minuten auf 8 Lieder. Erinnert an Swans, Daughters, Lingua Ignota, Godspeed You! Black Emporer ist aber trotzdem 100% sein eigener Sound, meine absolute Empfehlung für einen verregneten Abend mit Kopfhörern auf der Couch. Laut. Einer der verrücktesten Closer, die ich je gehört hab, hat auch mein Jahr beendet.
Honorable mentions:
We Buy Diabateic Test Strips – Armand Hammer
VOIR DIRE– Earl Sweatshirt
The Dusk in Us – Converge
Tracey Denim – Bar Italia
erase your flesh – Moral Bombing (Dortmunder Truppe)
The Land, The Water, The Sky – Black Belt Eagle Scout
O Monolith – Squid
Schande über mich:
Liturgy Album verpasst und im Backlog
Schande über andere:
Smoke DZA, Flying Lotus, keine Ahnung was für 2010 Drake Beats FlyLo hier produziert hat. Hat mich echt ein bisschen geekelt.
Boah, geile Liste! Höre mir die unbekannten Artists direkt an. Hab peinlicherweise Zulu in meiner Liste vergessen, obwohl ich die 2023 sogar (zusammen mit Scowl) live gesehen hab.
Dankeschön für den netten Kommentar, aus deiner Liste sind auch direkt viele Artists in meiner Liste gelandet, die ich jetzt erstmal abarbeiten muss. 🙂