Barbie Jeep Downhill

Oh man, hatten wir während der Lockdowns viel Zeit. Zeit, die gut und gewinnbringend genutzt gehörte: Nach einer etwas ausufernden Begeisterung für Videos von Underground-Streetfights* und GoPro-Aufnahmen von Modellbahn-Lokmitfahrten bin ich direkt von Führerstand eines gepflegten ICE (Märklin, H0) in texanische Mudholes gestolpert. Nachdem ich mein Umfeld verwirrt wahrgenommen und etwas später verarbeitet hatte (Quads in Schlammlöchern, Partyaufnahmen mit obskuren Interviews, Truckpulling, das Gefühl, mehr dabei zu sein, als es sich für Außenstehende gehört) wurde ich von einer Gruppe selbsterklärter Rednecks aufgenommen, bekam ein Bud Light in die Pranke gerückt und wurde in die Welt des Barbie Jeep Racing eingeführt.

Man könnte jetzt alles auf Corona schieben (nur Spazieren, viel rumsitzen), aber da ich auch jetzt keinen Extremsport mache und nicht mal Bock darauf habe, hat die unverblümte Ehrlichkeit dieser ganzen Szene echt was in mir berührt. Teilweise haben die Rennen etwas von einem Initiationsrithus, alles sind irgendwie Gewinner und scheinen sich echt als Familie zu fühlen. Fernab davon sind die Rennen einfach richtig nice und unterhaltsam. Gut zum nebenher Sludge pumpen („God Luck and Good Speed“ von Weedeater ist abseits des großartigen Titel-Wortspiels ein perfect match).

*Ich empfehle K.O.T.S. auf YouTube – krass gefilmt, verstörend stumpfes Männlichkeitsgehabe, aber beeindruckend – beeindruckend stumpf, ja, aber dennoch heftig spannend und interessant, wie weit Menschen einzustecken bereit sind. Leider sind etliche Streetfighter in rechten cirklejerks aktive, gruselige Leute.

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