Archiv der Kategorie: Musik

Musikanalysen eines Französischprofessors.

Inmitten des Kendrick/Drake Beefs und meiner tiefsten Hyperfokusphase dieses Jahres bezüglich Themen, die absolut keinen Einfluss auf mein Leben haben, habe ich diesen Channel des amerikanischen Französischprofessers „Professor Skye“ gefunden. Mittlerweile bestimmt kein Geheimtipp mehr, da es nun für über 100.000 Abonnenten reicht, sowie Kolloborationen mit den ganz Großen auf der Plattform. Er überraschte mich tatsächlich mit seiner Facettenreichheit was Genres und Reviews/Analysen angeht. Auch wenn er sich hauptsächlich Hip-Hop widmet, egal ob amerikanischer, spanischer, französischer oder gar deutscher, rutscht immer mal wieder eine Avant-Garde-Pop/Rock-Platte rein. Alben zu denen er ein Video macht lohnen sich meist zumindest mal reinzuhören, oder man nutzt ihn etwas als Releaseradar, die die bodenlose Plattform Spotify es seit Jahren ja einem schon nicht mehr schafft Bescheid zu geben, wenn ein Artist, von dem man 10 Alben gespeichert hat, ein neues Album rausbringt.
Skye versucht dabei nicht nur über die Themen der einzelnen Songs oder über das Album zu sprechen, sondern baut oft zu Brücken zu Philosophie und Kunstwerken, die ähnliche Themen oder Gefühle ansprechen und nutzt jene ebenso als Linse, durch die die Analyse stattfindet- sehr einladend für weitere doomscroll-deepdives. Besonders sympatisch daran ist, dass er oft seine Videos mit seinem Leben kontextualisiert und überraschen viel von seiner eigenen Person hier offen darstellt, unterstützt durch seine Art und Weise die Analysen und Reviews ohne Schnitt und in einem Take, teils im Bademantel auf dem Balkon oder schnell bevor das Baby aufwacht, aufzunehmen, was sehr erfrischend in einer Welt voller Jumpcuts und anderen Methoden zur Watchtimegenerierung sind.


https://www.youtube.com/@professorskye

Index der Anglizismen

Ich liebe den VDS ja sowieso schon aus mehreren Gründen, eine Sprache mittels eines Verbunds einiger älteren Herren zu gatekeepen ist immer geil. Vor allem, wenn unsere großartige Sprache der Dichter*innen und Denker*innen ohne Pause durch Feinde wie das Gendern oder Anglizismen bedroht wird. Zum Glück wird gegen Letzteres eine Hilfestellung in Form des Indexes angeboten, da lohnt es sich bei „Musik der Abart der rechnergemachten schnellen Rythmen zur Berauschung“ mal in die 450 Seiten abzuzutauchen. Hier ist der Link zum einsehbaren Dokument. Tag yourself, ich bin Kampfsprechsänger mit Wettkampfkreiseln und Bratklopssemmeln.

Achso: Warum die Leute vom VDS Begriffe wie Babyshooting am liebsten 1:1 wollen würden und sich über Blockbuster abfucken, verstehe ich auch nicht. Und auch die Übersetzung von Blackfacing ist.. naja und die Einträge zu Gender und Trans Woman sind erwartbar out of touch.

geiler Gong

Meistens sind Gongs ja völlig aufgeladen mit Esokrams, heilenden Frequenzen, New Age Minimalismus usw… jedenfalls aus westlicher Sicht. Rhys Chathams „Two Gongs“ ist aber so verrauscht, dass es viel mehr Drone-Noise ist.

Die Platte hier hat Jamie Stewart von Xiu Xiu in seinem White-Centipede-Noise Interview als eine seiner 5 besten Noise Platten genannt (zugegeben sehr obskure Auswahl, die er da trifft).

p.s. ich habe neulich thomas canna in köln performen gesehen, der sowas ähnliches mit nem becken auf ner snare gemacht hat. war auch geil.

NPR Tiny Desk: Soul Glo

Soul Glo sind mega geil und die Tiny Desks sind auch immer ganz nice, also ist das bestimmt ne geile Kombo, oder? Und vor allem auch das lauteste und aggressivste Set bis jetzt, garantiert. Also ja, das ist es.

Aber der Sound von dem Set kann einem Soul Glo echt kaputt machen. Trotzdem witzige Idee mit einigen guten Momenten (und ja, der Sänger trägt einen Pali. Das ist nun mal die Welt, in der wir leben – coole Menschen vertreten problematische Positionen..).

2023 – Der Jahresrückblick mit Thomas Gottschalk

(Lustige Einleitung hier) – ich habe etwas getrödelt, weil ich wochenlang mit dem Sortieren und versuchtem Ausmisten meiner Liebste-Releases-Spotify-Liste beschäftigt war. Dass diese bei – elektronische Musik größenteils ausgenommen (die hab ich hier verwurstet) – 80 Tracks geendet ist, ist eigentlich ein gutes Zeichen für das Jahr. However, hier meine Favoriten.

Top 9 (unsortiert)

Poison Ruïn – „Härvest“
Damit bin ich etwa allen Menschen die ich kenne auf den Sack gegangen. Das Rad, oder überhaupt irgendetwas, wird hier nicht neuerfunden, stattdessen bügelt die Chain Punk-Kapelle aus Philly eine Mixtur aus Fantasy-Inhalten, Dungeon Synth-Interludes und Folk-Riffs auf eine – in Sachen Gitarrenharmonien und Vocals – sehr an die Wipers und Hüsker Dü erinnernde Kutte. „Härvest“ war mein meistgehörter Song des Jahres, aber mittlerweile ergötze ich mich noch mehr an den darauf folgenden Titeln. Und das alles mit der schönsten Produktion des Jahres (klingt am besten auf billigen Kopfhörern). Der Metal Hammer hat’s mit 2/5 Sternen verrissen, aber das ist eh eine verkackte Springer-Schmonzette.

Reverend Kristin Michael Hayter – „SAVED!“
Wäre es früher erschienen, wäre 2023 komplett von diesem Album überlagert worden. So jedoch wurden nur die letzten Monate des Jahres von einem tiefen Drang nach Eucharistie, Selbstgeißelung und einem ordentlichen Schuss Messwein erfüllt. „I WILL BE WITH YOU ALWAYS“ kickt mich jedes Mal so dermaßen, dass der Heiland mir erscheint, und „ALL OF MY FRIENDS ARE GOING TO HELL“ bleibt der unerwarteste Banger des Jahres.

Fever Ray – „New Romantics“
Hach, Fever Ray. Nachdem ihr letztes Album „Plunge“ nach Jahren der Pause ein ziemlicher Bruch mit ihrem unbesiegbar famosen, düsteren, selbstbetitelten Debüt war, pendelt sich „New Romantics“ irgendwo in der Mitte zwischen den Polen ein. Vielleicht auch nur, weil man sich an die knalligere Version von Karin Dreijer aka 1/2 von The Knife gewöhnt hat? Egal. Ich liebe es.

Andrea – „Due in Color“
Als Ilian Tape-Liebhaber (ihr wisst schon, „Compro“ von Skee Mask) habe ich mich natürlich so oder so gefreut, dass es ein neues Album auf dem Label gibt. Noch mehr gefreut hat es mich, dass es ein Andrea-Album ist. Zwischen Breakbeat, Dub, Ambient, verträumten B12-Grooves und einem sonnigen Cover hat dieses Album einfach viel Wärme mitgebracht.

Hexer – „Abyssal“
Ich habe sicher 10 Mal vergessen, dass dieses Album wirklich aus 2023 ist. Vermutlich, weil ich es in der Woche des Erscheinens schon 10 Mal gehört habe. Für mich das beste Metal-Album des Jahres, kompromissloses Gebretter, das zwischen Black Metal-Attitude und Doom-Restbestandteilen vor allem am verwesenden Korpus des 90er Jahre-Death Metal nagt, vor allem an den von mir geliebten Entombed. Und das alles mit einem einzigartigen Gitarrensound, respektive: sehr uniquen Gitarrenharmonien, die eher an israelische Black Metal-Bands wie Mortuus Umbra erinnern. Technisch top, geil, dass es sowas in der Gegend gibt.

Khanate – „To Be Cruel“
Trotz großer Begeisterung für Steven O’Malleys musikalischem Output (neben Sunn O))) als Teil von Thorr’s Hammer, Burning Witch, Teeth Of Lions Rule The Divine (mit ex-Napalm Death und Cathedral-Sänger Lee Dorian) – you name it) habe ich Khanate erst so 2022/2023 auf den Schirm bekommen. Absolut abgefuckte Musik mit unvorstellbarem Timing. Dass dann noch ohne Vorankündigung ein neues Album erschienen ist, hat 2023 ein Stück besser, aber auch weitaus verzweifelter gemacht.

Natural Child – „Be M’Guest“
Einfach richtig schöne gute Laune-Mucke. Erinnert in ihren mittdreißiger-wir sind alle pleite, aber romantisieren es-Country-Vibes sehr an Cosmic Guilt, die ich letztes Jahr abgefeiert habe, man bekommt Bock Luckies im Sonnenuntergang zu rauchen und diese Lederjacken mit Fransen an den Ärmeln zu tragen.

Blood Ceremony – „The Old Ways Remain“
2023 war – auch dem Thema der Split-/Kollabo-EP von meiner Band Mother Bear mit Allysen Callery geschuldet – von einer intensiven Beschäftigung mit Folk Horror geprägt. Da passte es gut, dass das neueste Lebenszeichen dieser einst innig geliebten Retro-/Okkult-Rock-Kapelle schon im Titel den richtigen Trampelpfad einschlägt. Ich fands erst ein wenig zu poppig und soft, aber mittlerweile liebe ich es Großartig gespielt und gesungen, catchy Songwriting mit vielen 70s-Referenzen, aber gleichzeitig irgendwie mit einem Fuß in der Gegenwart. Oder zumindest in den 80ern, das ist für so hängengebliebene Mucke schon quasi die Zukunft. Schönes Artwork auch (glaube, es ist von Albert Beardsley).

Swans – „Los Angeles: City of Death
Ich könnte als Dritter im Bunde die Frage stellen, ob das Album durch das Konzert in Bochum besser geworden ist. Keine Ahnung. Ist auch egal. Es ist einfach sehr, sehr gut.

Die Goldgrube

2023 war auch, angetrieben durch das heftige Konzert von Show Me The Body in der Trompete, mein Jahr des Hardcore. Die größte Freude hatte ich mit Chain Whip – „Call of the Knife“, einfach absolut nach vorne, pöbelig, ranzig, bockig und Old School. Gleiches gilt für die … nun ja, sehr klassischen Conservatory Military Image. Große Freude hatte ich auch mit GEL, Pest Control und den eher Grind-lastigen Xiao. Wenn man die Randbereiche des Hardcore abgrast, gilt es auch einen Blick zu Full Of Hell schweifen zu lassen, die A) eine großartige, aber streckenweise etwas inkohärente Scheibe zusammen mit Nothing rausgebracht haben, B) auf der neuesten Year of the Knife (grandioses Geknüppel) featuren, C) eine weird-düstere, experimentelle und eher Noise-lastige Split EP mit Gasp released haben (tbh mein Favorit von denen dieses Jahr) sowie D) ein genial stumpfes, grooviges Monster von Kollabo-Album mit Primitive Man auf den Tisch geknallt haben. Krasser Output und jedes Mal was anderes, ich bin hyped.

Matschmix

War eins der ersten Konzerte des Jahres und absolut super (im Rattenloch): Daevar. „Delirious Rites“ ist eigentlich nur eine EP, hat aber heftig gute Melodien am Start und, gut, klingt super stark nach Windhand. Die wiederum klingen super stark nach Acid King, mit deren letztem Output nach jahrelanger Pause ich erst nichts anfangen konnte, es jetzt aber sehr regelmäßig höre. Gleiches gilt für High on Fire. Absolut episch, aber auch schon mehr in Richtung Black Metal geht der Abgesang der Band mit dem schönsten Logo Mitteleuropas, Urfaust, deren „Untergang“ es mir endlich möglich machen, Fan genug zu sein um reinen Gewissens einen Patch zu kaufen.

5 denkwürdigste Konzerte

Show Me The Body / Trompete, Bochum
Swans / Christuskirche, Bochum
Godspeed You! Black Emperor / Kantine, Köln*
Color Haze / Junkyard, Dortmund
Bell Witch / Gebäude 9, Köln

*hier kullerten einige Tränen und ich hatte Erinnerungen zu einem Song, zu dem ich keine Erinnerungen haben konnte, also quasi ein falsches Deja-Vu? Keine Ahnung. Heftig.


Saved! Again, a New Tomorrow (and year)

2023 war wieder ein interessantes Jahr für Musik mit vielen verschiedenen guten Alben in den verschiedensten Genres, die mich über das Jahr begleitet haben. Deswegen ist dieses Jahr meine Liste grob chronologisch angeordnet:

Das Jahr fing bei mir hauptsächlich mit Hip-Hop an, SCARING THE HOES von Peggy und Danny schoben gut nach vorne mit einem Album, wo man gerne ein paar Banger beim Feiern hören würde, egal, wenn es den Hoes Angst macht.

Slowthais UGLY war ein weiteres unterhaltsames Album, was ein bisschen der Defintion von Hip-Hop entweicht, dieses mal jedoch eher in Richtung Pop-Musik.

Mehr in Richtung Underground folgte dann Maps von Billy Woods und Kenny Segal. Jazziger Sound mit dem typischen Spoken Word-Stil von Woods und wie immer sehr deepen Lyrics.

Apropos Spoken Word: Stumpwork von Dry Cleaning kann leider nicht ganz von für mich an das brilliante New Long Leg anknüpfen, ist aber trotzdem mal ein reinhören wert.

Danach ging es bei mir in England weiter. Space Heavy von King Krule ist ein klassisches King Krule Album, aber auch ein sehr gutes. Wer Bock auf ruhigen psychedelischen Indie-Kram hat, wird hier fündig. Einzig der zweite Song, auch wenn interessant, stört mich ein bisschen an dem Album, weil er ein bisschen out-of-place ist.

Wem King Krule noch zu aufregend ist, kann gerne mal in Greg Foats‘ und Gigi Masins Dolphin reinhören. Sehr entspannte Ambientsounds, Slow Jazz, viele Unterwasservibes.

Dann erschien wohl mein Lieblings Rap Album des Jahres mit MIKEs und Wikis Faith is a Rock. Produktion kommt hier wieder von Alchemist, der wieder tief gediggt hat und ähnlich wie die beiden Rapper hier scheinen kann.

Noname kam auch wieder aus der Versenkung hat mit Sundial ein typisch entspanntes Hip-Hop Album mit viel Soul rausgebracht.

Avant Garde elektronische Musik kam dieses Jahr wieder von Oneothrix Point Never, der mit seinen sehr interessanten Sound Collagen auf Again ein echt schönes Album rausgebracht hat, was mich viel begleitet hat in diesem Jahr.

Nach einem ruhigen Intro erklingt plötzlich ein saftiger Hardcore Chord: It’s Zulu in this Bitch! Zulu brachte dieses Jahr mein wahrscheinlich liebstes Hardcore/Powerviolence Album mit A New Tomorrow in den letzten Jahren raus. Schlaue Texte von Leuten, die Bock auf politische Musik haben, die sehr zu Reflektion aufruft. Besonders gefallen mit hier die Kontraste, die beiden Sänger, die Jazz-Passagen unterbruchen von Blastbeats. Passt hier alles.

SAVED! von Reverend Kristin Michael Hayter (FKA Lingua Ignota) ist, wie schon beschrieben, wieder ein sehr bewegendes Album von ihr, die mich wieder in eine Spirale gebracht hat alle ihre Alben Front to Back zu hören. Sehr schöne und schöne hässliche Klänge auf diesem Album.

Düstere Musik gab es auch mit dem Rerelease von I Shall Die Here/ Earth Triumphant von The Body. Es gibt hier ein paar extra Songs und ist defintiv ein Reinhören wert, wenn man auf langsame, düstere Klänge steht.

Ähnliche Klänge, aber oft einfach viel schneller, gibt’s auf der EP Devil Music von Portrayal of Guilt. Die Band kam eigentlich aus dem Post-Hardcore, haut aber mit dieser Platte einen krassen Klang irgendwo zwischen Powerviolence und Blackmetal raus, was irgendwann in der zweiten Hälfte zu Geschreie über Cellos mutiert und mich etwas Rushad Eggleston in Teilen erinnert.  Um genauer zu sein, besteht die zweite Hälfte aus „Covern“ von der ersten, sehr interessant, wie hier die Ideen nochmal komplett anders interpretiert werden. Der Titel des Albums ist tatsächlich schon Beschreibung genug. Voll mit geilem Schlagzeug – wer es mit dem Instrument hat, auf jeden Fall lohnenswert.

Es ist schon echt gemein grouptherapy. Brockhampton 2.0 zu nennen, aber für mich sind sie so ziemlich das. Ähnliche Songs, jedoch mehr erwachsen, reifer und wahrscheinlich auch noch länger gut zu hören,
i was mature for my age, but i was still a child ist ein must-listen, für jeden der damals in dem Brockhampton Hype gefangen war.

Auch sehr spät, durch Fantanos Top 50 Liste, habe ich The Lamb as Effigy entdeckt, über welches ja auch hier schon geschrieben wurde. Sprain haben hier richtig einen rausgehauen Das Album nimmt sich sehr viel Zeit und verlangt diese auch von seinem Zuhörer: 96 Minuten auf 8 Lieder. Erinnert an Swans, Daughters, Lingua Ignota, Godspeed You! Black Emporer ist aber trotzdem 100% sein eigener Sound, meine absolute Empfehlung für einen verregneten Abend mit Kopfhörern auf der Couch. Laut. Einer der verrücktesten Closer, die ich je gehört hab, hat auch mein Jahr beendet.

Honorable mentions:
We Buy Diabateic Test StripsArmand Hammer
VOIR DIREEarl Sweatshirt
The Dusk in UsConverge
Tracey DenimBar Italia
erase your fleshMoral Bombing (Dortmunder Truppe)
The Land, The Water, The SkyBlack Belt Eagle Scout
O MonolithSquid

Schande über mich:
Liturgy Album verpasst und im Backlog
Schande über andere:
Smoke DZA, Flying Lotus, keine Ahnung was für 2010 Drake Beats FlyLo hier produziert hat. Hat mich echt ein bisschen geekelt.

2023 war geil

In quasi allerletzter Sekunde schnell noch die Favorites bringen. Eigentlich schade, dass dieses Jahr (anscheinend nicht nur bei mir) weniger Zeit und Muße reingeflossen sind. Spricht auch für den Stress des Jahres, aber reden wir über Musik.

Dieses Jahr ist viel geiles rausgekommen, ngl.

Reverend Kristin Michael Hayter – SAVED!

Für mich so etwas wie der „Elefant im Raum“ der Musik des Jahres, heftiges Album und auf schwer zu beschreibende Weise ungehört. Viel zu geweint und mitgeschrien, ihr Output bleibt auch nach der Neuerfindung phänomenal.

Better Lovers – God Made Me An Animal EP

Greg Puciato von TDEP und drei Boys von ETID holen sich Will Putney dazu und gründen ne Supergroup. Wenn man wie ich eine große Schwäche für Puciato und ETID hat, ist es ein Segen, dass die EP genauso klingt wie man es sich vorstellt. Bin gespannt wie sich das Projekt in den nächsten Jahren weiterentwickelt.

Incendiary – Change The Way You Think About Pain

Das Album hat eine unglaubliche Power, die sich irgendwo zwischen RATM (ausgelutschter Vergleich, ich weiß), New York Hardcore und harter Musik im Jahr 2023 einen eigenen Raum schafft und so endlich mal wieder politische Wut in fast vergessene musikalische Sphären transportiert.

„We will steal

We will ache

We will starve

We will break“

und einige weitere Lyrics sind mittlerweile für mich ikonisch und das Album geizt nicht mit plump-geilen Parolen, die sich sofort ins Gehirn einbrennen.

Ach und: Wenn dir jemand diese oder ähnliche Musik zeigt und deine Reaktion „Boah, die sind bestimmt geil beim Pumpen“ ist, reflektiere bitte einmal kurz deinen Konsum von harter und vor allem politischer Musik. My Anger is not your Gym Music (oder so, hab mir den Spruch gerade ausgedacht. Aber politische Wut in Gym-Motivation zu transformieren, das gibt harte late stage capitalism-vibes).

Lana Del Rey – Did You know that there’s a tunnel under Ocean Blvd

Seeeehr früh im Jahr releast, aber für mich direkt Top 3. Lana entwickelt sich in ihrer eigenen Lane weiter und schafft es gleichzeitig ihre eigene Lore zu referenzieren, ohne dabei langweilig zu werden (looking at you, Nicki Minaj). Auch immer wieder beeindruckend, wie sie die Features passend ins Albumkonzept einarbeitet.

Honorable Mention: Ihr vor einigen Wochen releastes Cover von „Take Me Home, Country Roads“.

Swans – The Beggar

Ob ich so hoch von diesem Album denken würde, wenn das Konzert in Bochum nicht mein persönliches Konzert des Jahres gewesen wäre? Um ehrlich zu sein, so sicher bin ich mir da nicht. Auch wenn nur zwei Songs vom Album gespielt wurden (glaube ich), hat mir das Konzert Swans unmissverständlich so hart ins Gedächtnis zurückkatapultiert, dass ich das Album danach überhaupt erst so für mich erschlossen habe. Klingt vielleicht pathetisch, aber Kenner:innen kennen.

Babatell – Selftalks

Bisschen was anderes, aber nicht minder beeindruckend. Hab ihn für Strobo interviewt und bin immer noch ein bisschen geflasht von dem Debüt. Gibt viele Artists aus der Region, die ich sehr schätze, aber die machen meistens „sowieso“ Musik, die mir gefällt. Selftalks ist für mich ein Gucken über den Tellerrand gewesen und hat mich nachhaltig gefesselt. Sehr geiles Ding. Immer wieder schade, dass kreative Köpfe nach Berlin ziehen, aber da sind halt mehr Kontakte und Geld..

HEALTH – Rat Wars

Meine Liebe für HEALTH hat mit dem neuen Album neue Züge angenommen. Etwas poppiger und teilweise recht Rammstein-mäßig, hat mich das eher mitgenommen als abgeschreckt. Yeah, Feliz Jueves.

Scowl – Psychic Dance Routine (EP)

Industry Plaaaaaaant. Taco Bell-Werbung, die neuen Turnstile. Eine Sängerin???

Schon krass, wie sehr man Hardcore gatekeepen kann. Warum nicht stattdessen die Musik feiern?

Vanwa – Vanwa

Über Sachen von Freund:innen zu schreiben, ist ja immer auch ein bisschen cringe und eigentlich habe ich als Journalist auch sowas wie einen Ehrenkodex, der mir so Kumpelei verbietet. Da Vanwa aber quasi gar keine Werbung für sein Projekt gemacht hat, zählt das hier nicht. Das ganze Album ist n richtiger Hammer und ich kann mich auch nach regelmäßigem Konsum nicht satthören. Unbedingte Hörempfehlung.

Weitere Alben, die ich nice fand:
Mitski – The Land is Inhospitable and So Are We

Harms Way – Common Suffering

Drain – LIVING PROOF

Clowns – ENDLESS

100 gecs – 10.000 gecs

Verschiedene Artists – Barbie The Album

King Gizzard & The Lizard Wizard – hab den Albumnamen vergessen, aber geil wie immer. Und falls sie in den letzten Wochen noch ein Album rausgebracht haben, gefällt mir das bestimmt auch.

Militarie Gun – Life Under The Gun

Wolves in The Throne Room – Crypt of Ancestral Knowledge (EP)

Nachtrag, ganz vergessen, aber haben mir auch sehr gefallen:

Hexer – Abyssal (zuu geil, wollte ich eigentlich nen längeren Text zu schreiben. naja, dann beim nächsten)

$uicideboy$ – Alle Yin Yang Tapes (EPs)

Memetrends, die ich nice fand:

Opium Birds (beste AI-usage)

Grimace Birthday Shake (kreativ und verstörend. The kids aren’t alright)

Feliz Jueves (für alle, die feiern)

Funky Squirtle (bitte daily)

Videos mit Half-Life 2 Sounds unterlegt (Ahh, Freeman!!)

Fucking Burping Rat

Gail Lewis

FNAF-Memes (zu viel geiler Scheiß, konstant das ganze Jahr über)

23 als Nuss

ich habe gesehen, dass hier eigentlich immer best of’s zum jahresende gepostet werden. spät dran, aber dann auch wieder früh – hier meine fav alben der letzten monde:

(alle alben sind mit nem bandcamp link hinterlegt, das einbetten hab ich nicht hingekriegt, aber sollte so auch etwas einfacher sein…)

XIU XIU – Ignore Grief
als xiu xiu fan mit liebe zu den eher obskuren und wilden tracks, war dieses album ein voller treffer für mich. die düstere atmosphäre, die sich in so vielen stillen, als auch absurd chaotischen momenten ausbreitet, gibt dieser platte einen soundtrack… oder doch vielmehr hörspiel charakter.

Sprain – The Lamb as Effigy
relativ spät erst entdeckt und seitdem auf dauerschleife. ein wilder mix von shoegaze, black metal, post rock, jamie stewart vibrato und generellem hang zur experimenten.
ein sehr langes album und anders als zb sowas wie swans etwas sperriger und bedarf ziemliche konzentration, damit es nicht zur hintergrundmusik wird.
mich hat die platte überzeugt, als der sänger an einer stelle die vierte wand durchbricht (sagt man das auch bei musik?) und ich einfach nur meinen kopf geschüttelt hab vor verwunderung haha.

Full of Hell / Gasp – ST
guter grind… kann man nicht meckern. gut unerwartete momente.


SWANS – The Beggar

eine platte, die ich erstmal als best of swans bzw sowas wie eine retrospektive gedeutet habe, weil die musik so vertraut klang und ich zu der gleichen zeit nichts anderes außer swans hörte… erst „The Beggar Lover (Three)“ und schließlich das konzert in bochum, haben es mich absolut lieben lassen.

Khanate – to be cruel
meine erste berührung mit khanate und ein gateway in eine wunderbare diskographie. to be cruel ist da anders, viel langsamer, viel leerer… offener und dann doch irgendwie endlos


UAN0030 – ST
was soll man noch so einer person sagen, die ein label betreibt und allen käuferinnen und käufern persönlichen dank per email schickt und sich da sogar merkt, wer man ist. so eine menschliche interaktion im kosmos vom digitalmusikvertrieb… absurd!
auf dem UAN label kommen richtig fette techno-experimente raus. absoluter fav ist ein track, der einfach nur das wechseln von delay programmen in irgendeinem pedal ist und dadurch voll geil klingt.

Shapednoise – Absurd Matter
meine schnittstelle von noise und dance music… als aesthesis 2019 rauskam und ich ihn auch auf dem atonal gesehen habe, dachte ich, es wird nichts besseres mehr geben als diese art der musik. an aesthesis kommt bisher auch nichts dran haha, dennoch: bei absurd matter ist shapednoise sich treu geblieben und taucht noch tiefer an die hip hop wurzeln, was dann zu solchen bangern wie dem track mit armand hammer führt… puh.


Morgan Garrett – Extreme Fantasy
dada amateur gedudel auf so einer art, die nicht zu nervig wird haha. man stelle sich singer songwriter in der straßenbahn vor, die alles andere als anerkennung wollen. so vielleicht.

dave phillips – human nature denied
klassisches misanthropisches primaten geschrei. einfach solide mystik und menschenhass


Hugo Esquinca & Russell Haswell – Terrarium
hier war ich mir erstmal nicht sicher, ob’s auf die liste soll, aber dann hab ich nochmal reingehört und es ist einfach geiler trockener furz-noise. legendär.

Death Kneel – Dawn Simulation
extrem geiler harsh noise und ambient mix, in so einer wundervoll definierten kompositionsart, dass es schon fast blasphemisch sein sollte.


The White Mare – Earth is a Prison
so eine mischung aus dem, was ich über das xiu xiu album gesagt habe, nur nicht ganz so fein und vielmehr in die richtung, die ich bei morgan garrett angedeutet habe. genaue schnittmenge. bisschen edgy aber lustig, weil australischer dialekt.

Exote – Buried & Forgotten
italienischer harsh noise. sehr guter klang, ziemlich brutal… das was man so erwartet. sehr klassisch, aber stark.


Full of Hell / Nothing – When No Birds Sang
so ne nummer, die ich letztlich doch auf die liste packe. ich hab mich bei dieser mischung aus grindcore und shoegaze erst gesträubt, aber mit der zeit ist die platte dann doch zu einem album geworden, das ich regelmäßig anspiele.
(minuspunkt für sehr hässliches, generisches albumcover)

und als bonus noch meine lieblingskonzerte dieses jahr.
guten rutsch!

Dark, Sad Life of Boogie und Hbomberguys neues Video

Vorab: Beide Videos sind weit davon entfernt, Geheimtipps zu sein. Haben mich beide aber bei Release (damals vor ein paar Wochen..) nachhaltig beeindruckt, weshalb ich sie hier nachträglich teilen wollte.

Das erste Video ist eine Doku eines vorher recht unbekannten Dokumentarfilmers über den YouTuber Boogie2988. Ich habe den Weg von Boogie eine Zeit lang gerne verfolgt – ein Nerd mit Ahnung von Magic und sympathischem Content hat bei mir immer ein Stein im Brett. Warum ich und sehr viele andere ihn dann aber schon seit einigen Jahren gar nicht mehr leiden können? Das wird in der Doku richtig gut aufgearbeitet. Auch insane gutes Niveau, dafür, dass es „nur“ eine YouTube-Doku ist.

Das zweite Video ist von Hbomberguy – eine Institution in „Breadtube“ (hasse den Begriff lol) und ein Content Creator, von dem ich jedes Buch zu jedem Thema sofort kaufen und in Gesprächen regelmäßig zitieren würde. Extrem gut recherchiert und, ähnlich wie die Doku, auf einem Niveau, was man selten sieht. Dauert zwar ziemlich lange, aber lohnt sich sehr.

Benetton-Werbung von Fotograf Oliviero Toscani

Wurde heute auf die Schockwerbung von Benetton aufmerksam gemacht und hab mir nochmal die Motive von Oliviero Toscani angeguckt. Schon krasse Motive für ne Modemarke. Zeigt einem auch mal wieder wie bieder die aktuelle Werbung so ist. Wobei die Motive ja teilweise schon krass sind. Hätte gerne damals gelebt und die Motive „live“ irgendwo gesehen. Keine Ahnung, wie ich reagiert hätte.

https://www.spiegel.de/fotostrecke/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838.html

SHIT AND SHINE

S&S ist für mich einer der facettenreichsten Künstler im Bereich Noise / Hard Electronics. Er spielt mit allem herum und hat einen Softspot für Miami Bass. Teilweise bestehen seine Tracks aus geloopten Parts aus anderen bekannten elektronischen Tracks… es ist bisschen so wie Plunderphonics, nur verspulter.
Ich hör persönlich seine akustischen Sachen lieber, weil ich das Trommeln so mag und es auch heftig ist für 40min den gleichen Rhythmus zu halten. Anscheinend funktioniert das am besten, wenn man mit mehreren Drummern gleichzeitig spielt. Legende besagt, dass er an einem Punkt mit 13 Drummern performte ….

Phase Corrected (Doom / Noise Rock?) auch ne geile Scheibe und dann noch Teardrops (Noisecore)!!!

… hier jedenfalls ne geile Performance mit (nur) 4 Drummern.

Instructions for a Light & Sound Machine (Peter Tscherkassky, 2005)

Für Freunde des Experimentalfilms, der österreichischen Avantgarde, Noise, Sound generell und alle, die einen faible für Western haben. Peter Tscherkassky kennt man vielleicht durch „Outer Space“. Ist mir jedenfalls vor einigen Jahren mal zugeflogen und ich war so begeistert, weil ich so etwas bis dahin noch nie gesehen habe. Diese extreme Art Filme zu (zer)schneiden und neuzumontieren und dabei die Soundebene so sehr in etwas neues zu quetschen, ist einfach hammer. Jedenfalls hat mir gestern ein Freund genau diesen Film von ihm ans Herz gelegt.

Ichsachmaso…
Ich habe lange Zeit meine Motivation zum Filmemachen an den Nagel gehangen, aber nach der Nummer hier, fühle ich mich wieder motiviert…

Enjoy.

Before They Were Famous: Marc Rebillet

Ein junger Mann wartet vor einem Apple Store, um als Erster in der Schlange das neue IPhone zu kaufen. Als eine Frau mit 800$ an ihn herantritt, um ihm seinen Platz abzukaufen, zögert er nicht lange und freut sich über das Cash. Sein Name? Marc Rebillet.

2008 war der Witz, dass die Frau 100k ausgeben und scalpen wollte, aber erst im Laden checkte, dass sie nur ein IPhone kaufen darf. Jetzt ist der Witz, dass Marc Rebillet schon damals ziemlich lustig war.

(Außerdem könnte das eine neue Reihe werden, bin gespannt auf eure Posts)

Skibidi Toilet

Gibt ja diesen Witz, dass die Kids von heute nur noch beschissene Shorts auf YouTube gucken – dabei wird sehr oft Skibidi Toilet genannt. Ich hab mir länger nichts dabei gedacht, aber mir jetzt mal n paar Videos angeguckt und wtf? Kurze Videos, in denen Kameramänner gegen Toilettenmänner um irgendeine Stadt kämpfen. Erinnert mich etwas an Half Life, aber mehr verstehe ich auch nicht. Ist zwar keine große Kunst, meistens kommt irgendein billiger Plottwist/neuer Schurke und die Lore wird halt vorangetrieben. Was aber so richtig komisch dabei ist, ist die große Community bzw. die offensichtlich heftige Bekanntheit des Channels mit fast 30 Millionen Abonnements. Was ich meine: Das verlinkte Video ist jetzt gerade 5 Stunden alt und hat bereits 9,5 Millionen Aufrufe, im Schnitt erreichen die Videos des Channels immer mehr als 40 Millionen. Ich verstehe diesen Trend einfach nicht.

Also so ein bisschen versuche ich mit diesem Post zu verstehen, was hier überhaupt abgeht. Vielleicht wisst ihr mehr über das Phänomen?

Sadworld

Was macht Gibby von ICarly eigentlich? Diese Frage stellt sich bestimmt.. niemand. Aber ich hab mir die Frage wirklich irgendwann mal gestellt bzw. irgendeine Ecke des Internets (wahrscheinlich n Redditthread über ehemalige Kinderstars oder so) hat sie mir aufgedrängt. Was soll ich sagen, immer noch geiler Typ. Bzw. noch lustiger als früher. Sadworld ist auch so n Internetz-Channel, feier ich. Wizard ist mega geil, aber die anderen Videos sind auch lustige Skits.

Achso, weshalb ich jetzt drauf gekommen bin: Sein neuer Channel God’s Abomination ist auch richtig geil und da lädt er anscheinend seine neuen Projekte hoch. Bisschen mehr artsy, aber genauso skurril wie sein Main Channel.

Caps der Chicago White Sox

Schon spannend, wie die Baseball Cap einer struggling Baseballmannschaft eine ganze Generation der USA modetechnisch geprägt hat. Die Doku an sich ist relativ unspektakulär (ist halt so ne standard Corporate „wir sind so geil“-Doku), wobei die Gäste und ihre Stories ganz cool sind. Das Phänomen dahinter interessiert mich nur sehr: Baseballcaps tragen, ohne eine Ahnung vom jeweiligen Team zu haben. Also halt wirklich nur wegen dem Logo die Cap kaufen. Seit ich wieder stark an Baseball interessiert bin (dieser eine Sonntag im Hoeschpark mit den Jungs), fällt mir das noch stärker auf. Aber so ist das, die schönsten Geschichten schreibt immer noch der Kapitalismus.

Hat auch irgendwie was von so Diskussionen um Bandshirts á la „nenne 3 Songs von Nirvana hähä“, naja.

MASH GRIPS

Ich habe nur nach einem spaßigen Geburtstagsgruß gesucht und bin über „Happy Takyon“ gestolpert:

Mehr Banger finden sich, ganz zur besinnungslosen Jahreszeit passend, auf diesem famosen X-Mas-Mashup-Sampler. Wer immer schon im August zu Death Grips unter’m Mistelzweig minglen wollte, here you go. (Favoriten: „last takyon“ und „silent night cross the block“.)

Narcos Corridos

eine sache, die ich letztes jahr gelernt habe – narcos corridos.

corridos werden im norden von mexiko gesungen (im süden ist es dann mariachi). narco corridos ist dementsprechend traditionelle mexikanische musik aus dem norden, die geschichten der narcos, also den drogenkriegen, kartellen usw. erzählen.
das faszinierendste für mich dabei ist, dass diese musik für unsere mitteleuropäischen ohren ganz klar nach polka-/alpen-/alm-musik klingt, dort aber für eine andere tradition steht und die narcos zu dieser musik über drogen, gewalt, tod, mord, krieg singen, in panzerwesten, streetwear, maschinengewehren etc. … das ist schon ne ziemliche klang-bild-schere.

soviel zur geschichte. was ich aber am krasseten finde ist, dass die jugend sich da jetzt mitziehen lässt und ihren sadboy-emo-grind nicht unter trap beats nuscheln, sondern unter akustik gedudel.

xanax, fette karren und leichtbekleidete frauen gehen scheinbar auch gut mit tuba und quetschkommode.

rockstar lifestyle
skrr
hier dann ein klassische narco corrido, eher olschool

Jani Christou: Mysterion (1965/1966)

atonale musik und meta-surrealismus. christou hat oft mehr mit menschlichen geräuschen (schreien, stöhnen, atmen) gearbeitet und das mit tapes usw gemischt. daraus kommt totales chaos, fast schon noise. einer meiner lieblings-komponisten aus der zeit definitiv.

ist dann relativ früh einen james dean tod gestorben.



seine musiknotationen sind auch richtig fett. mehr schon comics.

Pogłos // noise art documentary (2015)

extrem geile noise-video-performance aus polen, vielmehr schlesien, die verschiedene locations nutzt, um noise mit gegebenem hall der jeweiligen location zu dokumentieren. beste stelle defintiv minute 20:00 aber es lohnt sich das ganze auf voller lautstärke zu pumpen.

„The movie „Pogłos“ („Reverberation“) is an audio art documentary. It consists of five parts, each part introduces a different audio performance, that took place in one of the suburban locations in Silesia, Poland. The concerts (without public) were performed in locations of unknown status, which had an interesting natural reverberation or were able to add some context to the sounds produced on the spot. Unwanted noise, banished from the city, could reverberate loud and clear in these places. The aim of the project was to look for new contexts for marginal sounds; the five segments of the movie tell the story of man dealing with the territory. The noise made by the artists became a metaphor of human’s inferference with the environment.“

Stein: Interpretationen Eines Geologischen Materials Und Seiner Symbolik (2013)

ganz geile compilation verschiedener noise-musiker, die steine genutzt haben, um musik zu machen. gute mischung aus scrap noise, musique concrete und harsh noise.

„Here 15 artists have been invited to offer their take on the concept of Stone. The results are a mixed bag of interpretations, where some focus on the physicality and the sonic possibilities inherent in this ground material: scrapings, grinding, and rumbles. Yet others have taken a more reflective approach, where existentialist track titles evoke the hardships of mining, and the barren wastelands of such regions.“

BESTIA PIGRA

Vor Jahren ist diese Schauspielcrew (theaterart Berlin) in irgendeiner Doku über Techno und die Wende in Berlin erwähnt worden und klar, ich habe es gegoogelt. Irgendwie landete ich dann bei diesen 19 Minuten wilder Performance. Fühlt sich an, als hätten Cronenberg und Pasolini ein Hieronymus Bosch-Bild einer postapokalyptischen Mad Max-Fetischparty gedreht, absulter Vibe.

Spoiler: Die Mucke ist wirklich übertrieben Scheiße, hab dazu „knife through the spine“ von himukalt gepumpt. (Danke an Dennis für die Empfehlung.)

Tales from the pit: backtrack sound and fury 2010

Ich hab schon länger überlegt, mal ne kleine Reihe zu machen: Ikonische und/oder absurde Momente bei Konzerten hier festzuhalten.1 Sowas wie den legendären What the fuck is up, Denny’s-Moment oder eben das Video hier. Bei dem Sound And Fury 2010 fährt ein Typ bei dem Auftritt von Backtrack einfach casual mit seinem Motorrad in den Moshpit. Ist dann unspektakulärer als es klingt, passt trotzdem nicht so ganz in meinen Kopf rein.

1: Feel free to join, ihr kennt bestimmt auch ähnliche Videos.

Das Oma-Problem

Letztens über ein Reel auf Insta wieder drauf gestoßen. Ist aus der Frühzeit des deutschen YouTubes und hat mich damals genauso zum Lachen gebracht wie Lord of The Weed oder Coldmirror. Ist im Gegensatz zu Harry Potter und ein Stein aber größtenteils gut gealtert.

This is running on empty – Food Review

Letztens im Gespräch mit Meister Florek ist mir aufgefallen, dass dieser Channel eigentlich nicht so bekannt ist wie ich bisher immer dachte. John Jurasek aka TheReportOfTheWeek aka Reviewbrah ist bekannt geworden durch Food Reviews. Wer sich mal ein bisschen mehr mit Food Content auseinander gesetzt hat, weiß, dass da auch viel Schund bei ist. Sowohl so Mukbangsachen als auch Food Reviewer können sehr oft unangenehm und aufmerksamkeitsgeil sein (Besonders schlimme Beispiele sind Nikocado Avocado und JoeysWorldTour. Ahhhh). Ich weiß auch gar nicht, wieso ich mich da relativ gut mit auskenne, aber ich schweife ab. Zu Reviewbrah: Sein Content ist einfach unvergleichlich, unglaublich charmant auf eine schwer zu greifende Art und seit Jahren Balsam für meine Seele. Also ehrlich, ich gucke zwar manchmal monatelang keine neuen Videos, aber bspw. musste ich bei dem speziellen Travis Scott Meal von McDonalds als erste seine Review sehen (hab bei veganen Neuheiten wie dem Impossible Burger damals auch sofort an ihn gedacht). Erinnert vom Einfluss her ein bisschen an Antony Fantano – in dessen Gefilden er auch mal mit einem cuten Video gewildert hat.

Legendär natürlich seine „My dissapointment is immeasurable and my day is ruined“ Review von Popeyes und (mein All Time Favourite) sein erster McRib, aber auch alle anderen Videos sind einfach nur nice.

Kebra Ethiopia Sound System bei Boiler Room

Obwohl ich enorm gerne Dubstep höre (ALL MY HOMIES HATE SKRILLEX), bin ich doch sehr selten in Dub-Gefilden unterwegs. Hier empfehle ich unbedingt, die ersten 3 Minuten zu gucken und nicht zu skippen. Was dann passiert, wird euch alle überraschen [Click here]. Das ganze macht mich einfach sehr glücklich, alle haben eine gute Zeit und sind so unprätentiös unterwegs, dass man sich wünscht, im Techno wäre es auch nur annähernd so.

Glass Harmonica

The state comes into confrontation with director Andrei Khrjanovsky, who gives new vision to the masses and shows them a different horizon.  Glass Harmonica was shelved by Soviet censors who found it ideologically disturbing and was finally released after perestroika. It was the first animated film score by the late legendary Russian composer Alfred Schnittke, who was to collaborate with Khrjanovsky on more than half of his films.  The animators Yulo-llmar Sooster and Yuri Nolyev-Sobolev were among the most important artists of the Soviet underground.  Before finding refuge at Soyuzmultifilm, they participated in the famous and controversial Manege exhibit of underground art, which was eventually closed down by Khruschev and condemned by the Soviet press.

Shane MacGowan’s Leben mit den Pogues

https://www.youtube.com/watch?v=lbPhZlL1–4

Sehr gute Doku über das Leben von Pogues-Frontwrack Shane MacGowan, produziert von Johnny Depp. Erwartungsgemäß eine wirklich harte Nummer und zeitweise schwer zu verdauen, aber der Typ ist einfach eine Legende. Gibt’s leider nur mit deutscher Synchro, aber Shanes Röchel-Lachen hört man dennoch oft durch. Wer kein Problem damit hat, sich zwei Stunden lang eine komplett besoffene Legende anzuschauen und mit der IRA zu sympathisieren, GO!