2022 Edelbräu

Wenn Du das Leben aushalten willst,
richte Dich auf den Tod ein.

Sigmund Freud

Große Kunst wird in schwierigen Umständen geboren, sagt man: Punk in den Schmelzöfen des dahinbröckelnden Englands der 70er, Las Ketchup als euphorischer Befreiungsschlag in der kollektiven Schockstarre nach 9/11, Weezer aus den American Pie-verkrusteten Hormonsümpfen der US-Colleges als Mahnmal dafür, wie scheiße die 90er doch auch waren. Eigentlich müsste 2022 also die Zeit für große Kunst sein. Und abgesehen von der Entwicklung der „Technoszene“ (tbh, was will man erwarten, wenn eine Szene komplett mainstreamtauglich wird?) und ein paar enttäuschenden Releases (neue Haft erst kacke, dann ok, letzte Naxatras erst gut, dann corny) ist es doch gar nicht so schlimm gewesen. Auf die Zeit reagiert haben auf jeden Fall diese Leute:

„Why do people have to live outside / In the brutal heat or when it’s below freezing?“ brüllen uns Chat Pile wütend auf auf ihrem Debüt entgegen. Zeit, hartes Gerät rauszuholen und berechtigt angepisst alles an defensiver Architektur in der Umgebung wegzuflexen, und God’s Country liefert den idealen Noise-/Sludge-Soundtrack dazu. Ähnlich viel Frustration über den Status Quo haben Die Nerven in EUROPA gebündelt, und ich glaube „ICH STERBE JEDEN TAG IN DEUTSCHLAND“ ist mein Lieblings-Songtitel des Jahres.

Um den Rest der Liste nicht komplett mit Links zuzuhämmern: Hier ist meine Best-Of-Playlist

Ach, das war dieses Jahr?

Etwas aus der Reihe der „Besten Releases 2022 (für mich persönlich)“ fallen ein paar sehr gute Sachen, bei denen ich erst in der Jahresabschlussanalyse (also in den letzten paar Wochen) gecheckt habe, dass sie überhaupt erschienen sind. Im Bereich des Black Metal sind das aktuelle, sehr vielseitige Album der Kölner von Ultha, die neue von Wiegedood sowie die US-Post Black Metal-/Sludge-/Doom-Kollaboration der sowieso sehr kollaborationsfreudigen Mizmor und Thou – vielleicht die beste Kollaboration zweier Bands dieses Jahr (– die auch noch eine super Single noch mal erweitert um Emma Ruth Rundle gedropped hat).

(Ein Sonderfall ist die sehr beachhousige letzte Beach House – ich dachte einfach, dass die schon 5 Jahre alt ist. Spricht sowohl für als auch gegen das Album?)

Der ganze Hip-Hop-Kram und so

Als Hip Hop- und Rap-Semiprofi (sprich: ich habe eigentlich kaum Plan) war ich gar nicht mal so enttäuscht von der neuen Kendrick Lamar, ich fand sie sogar ziemlich gut. Allerdings auch ein bisschen lang. Highlight: „We Cry Together“ und „United in Grief“. Die besten Raplines des Jahres gehen aber definitiv auf das Konto von Action Bronson: „Hit your bitch with a banana boat“ ist die behämmertste Punchline so far, und das ganze Album strotzt nur so vor schrägen Texten und gewohnt nicen Beats mit ewig vielen Samples. Auch zu erwähnen ist Back im Game Vol. 1 von Audio88, Yassin & Torky Tork sowie die neue Denzel Curry („John Wayne“ einfach catchy AF, aber die Feature Artists sucken leider ein bisschen teilweise).

Richtig dicke, Astro-Scheiße beiseite: Remember Your North Star von Yaya Bey. Feministischer, heftiger R&B, mega nice aufgebaut, relativ wenig bis ca. gar kein Blatt vorm Mund.

You are doomed!

Dadurch dass wir uns dieses Jahr echt enorm viel mit Mother Bear beschäftigt haben, habe ich auch enorm viel Doom und Stoner gepumpt.

Kurzgefasst meine Top-Picks:

Ufomammut „Fenice“ • Spacig, mächtig, irgendwie mystisch.
BongBongBeerWizards – „Ampire“ • Geil, dass sowas aus Dortmund kommt; richtig dicke Wand an Amp-Worship.
Nebula – „Transmission From Mothership Earth“ • Gut zum verkifft Skateboard fahren, glaube ich, ich kann aber nicht skaten. Sehr verspulter Kram.
Conan – „Evidence of Immortality“ • Caveman battle doom. What more to say.
Boris – „W“ • Zwischen Drone, Ambient, Doom, sonstwas, mega Spektakel.

Der Top-Shit

Fontaines D.C. – „Skinty Fia“ • Zugegeben, beim ersten Hören war ich kurz skeptisch, was auch der etwas cleaneren Produktion und dem gedrosselten Tempo verschuldet sein mag, aber diese wilde Mischung aus Jogginghosen-Lyrik, Shoegaze-Anleihen („Nabokov“), Dubliner Schnodderigkeit, etwas Pathos und einem Sven Regener-Gedächtnismoment bei „The Couple Across The Way“ hat mich mittlerweile so dermaßen im Bann, dass ich das Album wohl öfter als jede andere Neuerscheinung des Jahres gepumpt habe. Muss man eigentlich nicht viel zu sagen, außer dass Fontaines D.C. immer noch die Band der Stunde im Postpunk/Indie/britischem Rock-Sektor sind (sorry Folks, natürlich Irisch – warum lässt man euch die Liebe zum Vaterland durchgehen? Egal). Es gibt auf Netflix übrigens eine coole Performance des unglaublich guten Vorgängers – A Hero’s Death.

GGGOLDDD – „This Shame Should Not Be Mine“ • GOLD heißen nun GGGOLDDD und auch sonst hat sich einiges getan bei der niederländischen Band um Milena Eva und Thomas Sciarione (seines Zeichens ex-Gitarrist bei den leider todesfallbedingt aufgelösten Okkultrockern The Devil’s Blood (unbedingter Hörtipp: die Come, Reap-EP). Zwar hat sich die Band schon immer durch echt finstere, aber schöne Texte über die Schattenseiten des Lebens hervorgetan, aber auf „This Shame Should Not Be Mine“ erzählt Milena Eva fragmentarisch die Geschichte einer Vergewaltigung in ihrer Jugend. Harter Tobak, allerdings krass gut erzählt und als Album ein unglaublich vielschichtiges, heftiges Konstrukt, in dem wenig Versatzstücke der Vorgängeralben (eingängige Hooks, düsterer Gitarrenrock mit 80s-Einschlag) geblieben, dafür aber allerhand Neues und Spannendes (elektronische Drums, Samples, Streicher, arabeske Melodieführung) hinzugekommen ist. Und ein wenig Black Metal-Riffing schimmert auch stets durch. Komplettiert von einem mega Albumcover für mich eins der rundesten Dinger des Jahres.

SHXCXCHCXSH – „Kongestion“ • Eine Gabber-Kick, 90s-Synthgeschosse, die durch den Raum jagen, Störgeräusche, Techno ohne Techno. Was man außer „die verwursten hier irgendwie voll viel Rave-Kram, ohne dass das so Rave-Kram ist, mit bisschen Breakbeat und Noise und bisschen IDM auch und vielleicht etwas Dub, kein Plan? Ist herbe geil einfach“ sagen sollte, weiß ich nicht. Ich glaube so klingt ein (guter) Technoclub, wenn man in Ich-Auflösung durchschweben würde.

Cosmic Guilt – „Cosmic Guilt“ • Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre, Trucker in den USA zu sein. Schön mit Marlboro im Maul, fleckige Blue Jeans, Dose Bud Light im Kaffeehalter und zwischendurch „Damn son“ nuscheln. Im Radio würden Cosmic Guilt laufen (ein quasi-Allstarprojekt mit u.A. Jillian Taylor von Ruby The Hatchet) und das so dermaßen herzerwärmend schöne Album würde mich wünschen lassen, gemütlich mit einem Glas Whisky im Schaukelstuhl auf der Veranda zu sitzen setzen (eigentlich finde ich Schaukelstühle echt beschissen) und ausnahmsweise mal keine Hippies mit der Schrotflinte verjagen zu wollen. Super catchy Refrains, bisschen Fleet Foxes, bisschen Kurt Vile, alles fein.

Emma Ruth Rundle – „EG 2: Dowsing Voice“ • Zu meiner etwas creepy gewordenen ERR-Verehrung muss ich zumindest hier glaube ich nix mehr sagen. Dieses Jahr hat dieses Schweizer Taschenmesser der Musikwelt nicht nur eine Single mit Thou und Mizmor (Blackgaze-Gebretter royale) und eine EP mit zwei quasi-Folgestücken zum wahnsinnig guten Vorgänger und einem Orgelstück (Pump Organ Song) rausgebracht, sondern auch endlich eine auf Spotify nicht veröffentlichte Nachfolge zu ihrem ersten Album veröffentlicht: „EG2: Dowsing Voice“. Gitarre, Stimme, Effekte, Fieldrecordings; komplett wirsch, düster und sonderbar. Kann ich nicht besser einordnen, aber ich bin auch befangen. Jan hatte es als irgendwas á la „Enya 2022“ bezeichnet, kann sein, kann auch nicht sein.

Kae Tempest – „The Line Is A Curve“ • Was soll man hierzu schreiben? Kae Tempest rasiert auf ganzer Linie. Spoken Word-/Rap-Overkill vom Feinsten. Beats zum Hinknien. Produktion on fleeeeek. Wie zu erwarten heftige Texte. Und natürlich bri’ish A F. Hat mir etwas das Gefühl gegeben, dass die Nordi in London liegt, zumindest in dem London, wie ich als Burial-Freund mir immer vorgestellt habe (grau, regnerisch, komisch).

Jenny Hval – „Classic Objects“ • Ätherischer Art-Pop, musikalisch weitaus weniger zugeknöpft als die Vorgänger und auch weitaus freundlicher: Jenny Hvals neues Album spielt mit so vielen Einflüssen, dass es einfach nur Laune macht. Funky Beats mit Perkussion, dicker Synthesizer-Drone („Jupiter“), sphärische Pop-Hymnen, etwas Cheese, here we go. Wer Julia Holter und so mag, greife zu.

Swutscher – „Swutscher“ • Kunststudenten-Psych, Hamburger Schmierigkeit, mehrstimmige 60s-Gesänge, 70s-Hardrock-16tel-Klavier („Ü30“), Doors-Vibes mit Detektivfilm-Geschröggel, Western-Vibes in „Palm Royale“ und der deptimierendste Closingtrack des Jahres („Bodo“) ergeben zusammen ein sehr gutes, sprich, erstaunlich wenig peinliches deutschsprachiges Album.

Caterina Barbieri – „Spirit Exit“ • Mega Synthesizer-Mukke. Quasi Ambient, aber mit viel Schmackes und Subbässen, teilweise auch Barbieris Stimme und Future Pop-Anleihen gen Ende.

Kristina Jung – „A Wolf In Every Womb“ • Okay, ich hab das Artwork für die Platte gemacht. Nichtsdestotrotz ein richtig empfehlenswertes Album, wenn man … Folk mag? Ganz einordnen kann man es nicht. Und das macht es so gut.

Ein vollkommen uninspirierter musikalischer Jahresrückblick meinerseits

Jan hat mich gerade nochmal per Telegram befeuert doch auch mal meinen Senf zu der Jahrmarktsbratwurst, die für mich die Musikwelt 2022 war, dazuzugeben, denn genau so fühlte sich musikalisch dieses Jahr für mich an: Viele alte Würste, die am Rand des Schwenkgrilles lagen, die ich erst dieses Jahr für mich zu genießen gelernt habe und genau das richtige für meinen Magen in diesem Moment waren.


Wirklich neues hab ich für mich nicht entdeckt, keine neue hippe Tofuwürstchen aus Ost-Asien mit fermentierten Sojachunks, keine neue Curry-Mischung für die Currywurst, sondern alt-bewährtes, was in den letzten Jahren einfach an mir vorbeigangen war und ich nun endlich wie ein besoffener auf dem Rummel namens Spotify zufällig draufgestossen bin.

Anfang des Jahres ist mein fiktives betrunkenes ich defintiv per Zufall an die Bierbank mit alten bärtigen Jungs in Lederkutten gelandet.

Dort entdeckte ich für mich das Album II von Cursed, ein Hardcore Punk Album von 2005 mit Sludge einflüssen; Power Violence von Flouride mit dem Album Disentanglement aus 2019.

Weiter treibte es mich an die Screamo-Theke mit der Last EP von Ostraca aus 2017 und für mich frische Klänge in der Form des Screamos mit weiblichem Gesang durch Closer mit dem Album All This Will Be aus 2018 und meiner offiziellen „Harte-Musik-Entdeckung-des-Jahres“ Nuvolscura mit dem Album As We Suffer From Memory & Imagination aus 2020:

Weiter ging die Reise in die Richtung was Brauer und Biersnobs „Lichtgeschmack“ nennen und für normale Leute einfach der Geruch ist, wenn man im Sommer ein Brinkhoff’s im Westpark öffnet: Hier riechts nach Weed, muss wohl Frederics Hip-Hop-Liste des Jahres sein:

Bei Hip-Hop bin ich dieses Jahr aktueller unterwegs, was aber nicht bedeutet, dass für mich neue Künstler auf der Liste gelandet sind, es sind durch die Bank Künstler, die ich schon in den letzten Jahren gehört habe und für mich einfach sowas wie Soulfood sind, aber an den meisten Dingen isst man sich doch auch mal schnell satt.

Das erste nennenswerte Album des Jahres für mich war Continuance von Curren$y. Es ist halt Curren$y über Alchemist Produktion, viel falsch kann da nicht laufen sollte man denken, wobei ich dieses Jahr überraschend oft von Alchemist + Rapper Kombinationen enttäuscht war und für mich war es das Standout Album dieses kleine Subgenre.

Generell gab es für mich im Hip-Hop viele Enttäuschungen dieses Jahr, inkludierend viele Alben, die im Internet ultra gehyped waren aber bei mir einfach nicht ankamen: Kendrick, Pusha T, Knucks, Lupe Fiasco, Joey Bada$$, Danger Mouse/Black Thought, Gibbs, R.A.P. Ferreira, JID, Earthgang, die Griselda Crew und viele weitere haben mich einfach nicht so umgehauen, obwohl es fast eine Liste meiner GOATs ist.

Meine Erwartungen erfüllt haben und ist mal defintiv ein reihnhören wert:

MAVI- Let the Sun Talk und Laughing so Hard, it Hurts

billy woods – Church

Wiki – Cold Cuts

Smino – Luv 4 Rent

$ilkMoneyI Don’t Give a Fuck About This Rap Shit, Imma Just Drop Until I Don’t Feel Like It Anymore

Earl Sweatshirt- SICK!

OG Keemo – Mann Beisst Hund (Kuss an Jan)

Meine Lieblingsalbum aus dem Genre gehört dieses Jahr aber für mich Quelle Chris mit Deathfame. Auch wenn es wieder mehr von dem alten bekannten Sound von Quelle Chris ist, ist es für mich das stimmigste Hip-Hop Album was dieses Jahr erschienen ist.

Wenn man sonst meinem Spotify Wrapped trauen darf, gibt es noch zwei Alben zu besprechen. Das erste ist ein Album was sich um ein Jahr verspätet in meine Bibliothek geschlichen hat, tatsächlich wegen einer Ende-des-Jahres-Empfehlung von einem Kumpel. Es handelt sich um ein Ambient-Pop Album namens Wave Your Moonlight Hat For the Snowfall Train vom kanadischem Duo You’ll Never Get to Heaven und ist gerade für die kalte Jahreszeit sehr zu empfehlen, Pink and Gold and Blue ist für mich definitv der Standout Track des Albums.

Aber ein 2021 Album mein Album des Jahres zu nennen fände ich etwas falsch. Deswegen folgt etwas widerwillig mein Favorit nun. Widerwillig weil das Album nach erstmaligen Hören es nicht in meine Rotation geschafft hat und erst nach erneutem Hinsetzen mich erst wirklich überzeugt hat, aber dann auch richtig. Aber lang um den heißen Brei geredet ist:
Ants From Up There- Black Country New Road

Ich bin mal sehr gespannt auf Euren Jahresrückblick. Vielleicht entdecke ich dann ja wieder ein Jahr verspätet eine schrumplige Bratwurst an dem Rand des Grills.

Damian Luck is back with another banger

Das ist lowkey der aktuell am heftigsten wachsende YouTube-Channel aus den USA. Aber was geht ab in Dabbington City?

Der original Fulcrum ist immer faded in irgendwelchen Läden, filmt sich dabei und haut ikonische Sprüche raus. Need I say more?

Geiler Typ und seine Videos haben für mich die von Abu Sultan (die alte Bocke wissen) abgelöst. Der lädt ja anscheinend leider keine Videos mehr hoch

Özgür Baba

Özgür Baba ist ein türkischer Musiker, der mit Cura (die kleinste Form der Saz) und Gesang und ein paar Hühnern und einer Katze sehr ergreifende und irgendwie sehr reine, großartige Musik vor einer komplett statischen Kamera spielt. Akustisch wie visuell sehr intim, Viel weiß ich sonst nicht über ihn (er hat allerdings Instagram). Er kooperiert allerdings auch mit anderen Musikern, sehr sehens- und hörenswert ist eine Session mit dem iranischen Santur-Spieler (eine Art Zither) Hamed Habibpour. Sehr entspannend und Zen.

Hania Rani

KEXP ist an sich schon so ein Sammelbecken großartigster Livesessions (und absolut kein Geheimtipp, aber dennoch mehr dazu weiter unten), aber über Hania Rani bin ich vor ein paar Tagen in einer Synthesizer-Gruppe auf Facebook gestolpert. Zwischen Synth-Arpeggio-getriebenem Ambient, Minimal Music-Querverweisen im repetetiven Klavierspiel und Boards of Canada-Pads und Vocals kommt irgendwie ganz viel Gutes zusammen. Werde ich mir sicher noch 10x angucken.

Und hier meine KEXP-Toplist (ungeordnet):

  • Der legendäre Auftritt der Psych-Space-Krachmacher SLIFT, die gefühlt nur hierdurch richtig durchgestartet sind
  • Einer der ungewöhnlicheren Momente dieser sowieso teils recht ungewöhnlichen Show: der Besuch der tuwinischen Kehlkopfknappen von Huun-Huur-Tu (wenn man traditionelle sibirische Musik mag)
  • Los Bitchos. Der Auftritt ist so saucool und lässig, dass ich mir ein Jahr lang gewünscht habe, in Kalifornien zu leben, nur um mit dieser Band abzuhängen. Bis ich rausgefunden habe, dass die Musikerinnen von ungefähr überall kommen, nur nicht aus Kalifornien. Naja. Cooler Psych-Funk-irgendwas, perfekte Sommermusik.
  • Soundmäßig (leider) einfach etwas besser als auf ihren Alben: Sólstafir aus Island. Ganz eigener Sound, von salziger See irgendwo zwischen den knarzenden Planken der Rockmusik hervorgespült.
  • Weil ich Emma Ruth Rundle einfach herbe vergöttere, kann ich dazu auch nicht viel sagen, außer: Wer das kacke findet, hat einen beschissenen Geschmack. (Plus: Sie rockt ein Alcest-Shirt. Und für die gilt annähernd das Gleiche.)
  • und nicht zu vergessen LOW (RIP Mimi), Wet Leg, Nils Frahm, …

Adam Something

Interessanter Channel, der sich bisher vor allem mit Stadtplanung auseinandersetzt, aber auch viel anderen, sonderbaren Kram auf Lager hat („Surviving Anarcho-Capitalism“). Hier eine interessante Analyse, warum العاصمة الإدارية الجديدة / al-ʿĀṣima al-idārīya al-ǧadīda / „Die neue Verwaltungshauptstadt“ Ägyptens einfach bescheuert ist. Und das alles mit einer guten Portion Ruppigkeit.

Der Fall Birkenstock

Schon erstaunlich, dass eins der relevantesten (oder: das relevanteste?) Politikmagazine des Landes der SPIEGEL ist. Umso erstaunlicher, wenn man bemerkt, dass es so etwas wie SPIEGEL TV gibt, das mit Kommentaren und Fragen aufwartet, die man ansonsten eher im zynischen, nach unten tretenden Privatfernsehen verorten würde.

Nichtsdestotrotz strotz dieses Schmankerl der Berichterstattung vor Lines, die man sich am liebsten einrahmen lassen würde. Außerdem tatsächlich mal eine krasse Story.

Beser Moment: der Birkenstock-Werkschutz präsentiert seine Sammlung an Schlagstöcken, „ist ja schließlich auch was fürs Auge“.

Gerhard Müller

Gerhard Müller muss nicht weiter vorgestellt werden. Internetlegende, Schlagerstar, Merchandise-Gott, Telegram-Verschwörer, Freund von Geistheiler Sanada, Erleuchteter, Nationalromantiker, Schwurbler, Romantiker, unvergessen seine Hits „Amore Amore am Lago Maggiore“ und „Kristallenergie“.

Wer richtig Bock auf kompletten Mindfuck hat, gönne sich random Videos auf seinem YouTube-Channel (die Fanpost-Vorlesungen sind göttlich), scrolle durch die Kommentare und besuche unbedingt seine Website. (Der Telegram-Channel zieht allerdings eher runter.)

H.C. Strache bei Krömer

H.C. Strache zu interviewen halte ich erstmal für eine dumme Idee. Krömer macht das aber recht klug und man fragt sich warum sich Strache freiwillig in diese Lage gebracht hat. Aber vielleicht wollte er auch nur ne Bühne im bösen deutschen Rundfunk nutzen. Labert viel Müll, will Sympathiepunkte für’s Hitler haten.. Naja, was man erwartet. Krömer macht das aber echt geil, es ist teilweise richtig unangenehm anzugucken. Ich hab mal das Gerücht gelesen, dass Strache auch öfter mal in Wien Magic gezockt hätte. Die Frage hätte ich gerne beantwortet gesehen, aber über Clash of Clans reden ist auch okay.

Jeremy Fragrance bei Sky Sport

Mega geiles Interview, für mich instant auf einer Stufe mit dem Money Boy-Joiz-Interview und dem Yung Hurn Festival-Interview. Schon ziemlich lustig und man merkt ihm seine Intelligenz auch an, nur halt vermischt mit Wahnsinn, platten Aussagen über Frauen und Kindlichkeit. Jeremy Fragrance ist schon die geilste Persönlichkeit aktuell – mal gucken wie lange noch, seine Aussagen sind halt auch immer kurz davor die Cringe-Schwelle unwiderruflich zu überschreiten und er tritt garantiert irgendwann in ein krasses Fettnäppchen. Bis dahin bin ich ehrlich froh, dass es seinem Bruder jetzt gut geht.

Eine Stunde in der Küche von Eckart Witzigmann

https://www.youtube.com/watch?v=0uvSnE07V-0

Vorweg: Der Videotitel ist absolut irreführend. Ein Blick in die Beschreibung lohnt sich und offenbart, dass bei MultiNewsMedia scheinbar eine starke Aversion gegen Sterneküche herrscht. Sei’s drum. Die Doku ist eigentlich vom BR und aus dem Jahr 1984 und begleitet ein Abendmenü in Eckart Witzigmanns „Aubergine“ in München, fünf Jahre nachdem er mit diesem Laden als erstes Restaurant Deutschlands drei Sterne vom Guide Michelin erhalten hat (und sie 15 Jahre lang hielt, bis Witzigmann wegen eines kleinen Kokain-Malheurs die Regie an Alfons Schubeck abtreten musste).

Besonders interessant an der Doku ist zu sehen, wie enorm sich gehobene Gastronomie in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat. Zwar ist Witzigmann Verfechter der Nouvelle Cousine (möglichst wenig Schischi, regional, einfach), dennoch sind einerseits die Präsentation (wirklich ALLES auf weißen Tellern, und dafür dass drei Leute an einem Teller fuhrwerken, bekommt man mittlerweile in den meisten Sushiläden spannender angerichtete Gerichte) und andererseits die Menüfolge aus heutiger Sicht ziemlich uninspiriert (Birnen in Rotweinsauce, Taubenbrust auf Salat, alles schön und gut, aber doch auch wenig überraschend). Fernab davon, dass es absolut unbegreiflich ist, wie man bei den wirklich wohlwollend bemessenen Portionen 13 Gänge schaffen soll.

Bonuspunkte für die Geräuschkulisse.

Worble III

Skatevideos, eigentlich immer nett. Das hier ist nicht nur nett, sondern auch sonderbar. Ist es ein Skatefilm? Ist es ein Musikvideo? Niemand weiß es so recht. Zwischen sehr hübsch geschnittenen Szenen mit mal mehr, mal weniger spektakulären Tricks tauchen im kompletten 80s-Look Aufnahmen der Band „Cobra Man“ auf, die den Soundtrack beisteuert (oder eben andersrum) … nun ja, mehr nach 80er aussieht, als die 80er selbst. Macht Laune, kann man gut gucken.

One Hour One Life


Innerhalb von 60 Minuten das Beste aus dem Leben machen was deine virtuelle Mama dir geschenkt hat. OHOL ist ein survival mmo mit Fokus auf Herstellung und Zivilisationsbau und ein Sozialexperiment. Du startest als Baby, geboren von einem anderen Spieler und bist vorerst von diesem abhängig bis du alt genug bist um mit zu helfen die Lebensumstände zu verbessern (Essen, Jagen, Bauen). Zwischendrin bekommst du (als Frau) dann auch Kinder oder du kriegst Geschwister, die natürlich ebenfalls Spieler sind.
Ich spiele OHOL gar nicht selber – der Start ins game soll auch etwas schwierig sein –, gebe mir aber gerne den yt-grind vor allem wenn sie „I started a cult!“ oder „We killed them all!“ beinhalten. Ne quark, tatsächlich ist die community in OHOL überwiegend hilfsbereit und freundlich, es ist einfach herzerwärmend die Zusammenarbeit und die Beziehungen der Spieler zu beobachten. Natürlich können auch hier richtige Dramen entstehen, wenn Paula die neu erfundene Axt vom Onkel dritten Grades vor 5 Generationen geklaut hat und sich deshalb auf dem Server 2 separate Lager gebildet haben.
Anyway, auch wenn der eigene Beitrag klein ist im Leben, oder gerade deswegen (permadeath) ist es fein zu sehen dass in (zumindest) dieser virtuellen Welt zusammen gearbeitet wird. Einen Blick auf den Wikipedia-Eintrag ist das Spiel auf jeden Fall wert.

Most overused Sounds

Als Age Of Empires 2 Spieler (bis heute) kann ich nur sagen: Ich kannte NATÜRLICH die meisten Sounds des Videos schon..

Ne ehrlich, schon krass wie viele Sounds immer wieder benutzt werden. Weiß man ja irgendwie immer und die meisten Sounds sind weit davon entfernt Geheimtipps zu sein, aber ich wette: Jede Person mit etwas Soundverständnis kennt locker mindestens 5 Sounds aus dem Video aus irgendwelchen Filmen, Games, dem Tatort oder sonst was (Auch ohne Aoe2 gespielt zu haben).

Was wurde eigentlich aus Lord of the Weed?

Man mag denken, dieses Video kann einem nichts neues geben, vor allem nicht, wenn man LOTW komplett auswendig kennt, doch obacht, weit gefehlt! Dass diese erwähnenswerte Perle bundesdeutschen Feingeistes aus dem Ruhrgebiet kommt* (JA WATT DENN!), ist die Top-Erkenntnis des Videos, aber dass der MythosOfGaming-Dude es wirklich geschafft hat, ein Videointerview mit einem der Macher von LOTW zu führen, hat mir mehr Einsicht in die Geschichte dieses Meisterwerks verschafft, als ich je zu träumen gedacht, geschweige denn als nötig zu wissen erachtet habe.

*Das mag erklären, warum in anderen Regionen des Landes eine teils unschickliche Unverständis über dieses in meinem gesamten kohlepottschen Umfeld so lächerlich bekannte Stück Kulturgut existiert.

Brave Wilderness

Zugegeben, das Format „Mensch fügt sich Schaden zu, andere schauen zu“ ist kein besonders innovatives. Allerdings hat niemand, der Jackass 1 gesehen hat darauf verzichtet, sich die (qualitativ schwankenden) Fortsetzungen reinzupfeffern. Hier allerdings, in Jordan Petersons‘ Stingzone, werden die Opfer am eigenen Leib dem Wohle der Wissenschaft feilgeboten. Abgesehen vom rein sachlich interessanten Aspekt, dass ein Typ sich von gefühlt jedem giftigen Insekt (und später auch anderen Tieren) des Planeten stechen oder beißen lässt und dies filmen lässt, lernt man auf dem Channel dieses wagemutigen Gesellen einiges über die Tierwelt.

Die perfekte Mischung aus BBC Naturdokus und Dashcam-Footage. 10/10

Beton, mehr als Fassade.

Die Renaissance des robusten, schönen und nachhaltigen Materials hält nun schon einige Zeit an. Neigt der junge Mensch zur Geisteswissenschaft, Kreativität oder Schabernack, gibt es sie, die freudvollen verborgene Inseln aus Sichtbeton. Bei der Lehrveranstaltung der Abteilung Bautechnologie an der Fachhochschule Dortmund arbeitet der Absolvent und die Absolventin an wundervollen Betonreliefs. Man kann sich auf dem Betoncampus förmlich verlieren. Viel zu sehen gibt es auch auf Beton.org, ich zum Beispiel habe mich in ein Gebäude aus anthrazitfarbenem Dämmbeton verliebt. Dort will ich ihn verleben, den Herbst meines Lebens, als in die Tage gekommener Bondgegner mit zwei reinrassigen Afghanen und Cognacschwenker vor überdimensionierter, indirekt beleuchteter Weltkarte.

Cap auf der Couch

Als Antifaschist, Freund bunter Heftchen und in Spandex gekleidete Heroen, möchte ich auf einen Hörspielbeitrag hinweisen, der sich mit Jack Kirbys Schöpfung Captain America beschäftigt. Seine frühen Abenteuer waren ein Plädoyer für den Eintritt der USA in den WW2 im Knallbuntes Comicformat, seine Bedeutung für die Popkultur bis zum heutigen Tag ist allerdings ungebrochen.

Georg Seeßlen, Autor, Feuilletonist, Kritiker, Universalgelehrter und interessanter Typ aus der Vorblogäre, sowas wie ein Vice Redakteur der 68er (dessen Veröffentlichungen man grundsätzlich empfehlen kann) und Markus Metz haben ein anekdotenreiches Hörspielkaleidoskop zum Thema zusammengelötet, was einen tiefen Blick in das bunt colorierte amerikanische Seelenleben zulässt.

https://www.hoerspielundfeature.de/freistil-captain-america-100.html

AD Open Door

Wer ebenso wie ich auf der Jagd nach architekturbezogenem und gleichermaßen bubatzkompatiblen Content ist (oder auch nur ein Mal in seinem Leben „Architecure“ in die Suchmaschine gehämmert hat, AD ist ungefähr so ein Geheimtipp wie der Rolling Stone – aber weniger dröge), landet zwangsläufig auf Architectural Digest. „Open Door“ ist einerseits eine herrlich unaufgeregte Version von MTV Cribs, andererseits Beweis dafür, dass Millionen auf dem Konto in 50% der Fälle die Bahn für vollendete Geschmacksverirrungen ebnen (überraschenderweise liegt Cheryl Crow da sehr weit vorne). Weil wir so mega zeitgeist (get well soon tho) unterwegs sind, hier aber das famose, herzerwärmende und einfach heftig coole Video mit Cara Delevingne, die einfach mal einen Vulvatunnel in ihr Haus hat hämmern lassen. Auch nicht alles schick, aber nice to watch.

Generell ist der Channel sehr empfehlenswert, viel geiler Content zu allem möglichen architekturbezogenen Kram.

Roto Ralle !

Ralph Bakshi, seines Zeichens Regisseur von Trickfilmen wie „Fritz the Cat“ oder dem ersten „Herr der Ringe“ und einigen anderen, oft sleazy schnodrig wirkenden 70er Jahre Farbbomben ist sowas wie der Gegenentwurf zum Japanischen Anime, immer etwas lauter, dreckiger und drüber weg. Viele seiner Filme entstanden im Rotoskopie-Verfahren, echte Schauspieler wurden Bild für Bild übermalt, Flächen coloriert, Sets gezeichnet. Das schafft oft bizarr anmutende Bilder, gerade die „Herr der Ringe“ Verfilmung ist stellenweise Creepy as Hell. Gerade bin ich über Ausschnitte des mir unbekannten „American Pop“ gestolpert, ein Film über die amerikanische Musikgeschichte, eine Aufarbeitung ihrer Epochen als psychedelischer Reigen, Heureka. Lou Reed, Hendrix, Woody Guthrie…… zieht Fäden in der Hypophyse.

Mariah Carey hat ein unveröffentliches Grunge Album- wtf

Letztens schrieb ich noch über Outsider-Music und Daniel Johnston, der maßgeblich am Grunge Sound beteiligt war und heute wach ich zu der Nachricht auf, dass Mariah Carey, die Frau, die Interviews nur im Liegen gibt, 1995 ein Grunge Album gemacht hat, um sich von Ihrem Pop-Stress abzulenken. Wie sagt die Jugend? Based.

„Carey described the project — recorded after long days in the studio while working on hits such as „Always Be My Baby“ — as an outlet for herself during a period when she felt particularly constrained. „I had no freedom during that time. That was my freedom, making that record,“ she told the podcast.“

Ich kann es persönlich kaum erwarten es zu hören, wie einer DER Popstimmen Grunge singt.

All My Homies Hate Skrillex

Diese Doku ist zwar absolut kein Geheimtipp mehr, aber weil ich sie so oft weiterempfehle (meistens, um zu erklären, warum man Dubstep mag und was daran so cool ist), hat sie hier auch ihren Platz verdient. Ein Fan, der die Entstehung des Genres als „Hörer“ (weil damals noch knapp zu jung zum feiern gehen) fein säuberlich und natürlich mit allen Bangern des Dubstep unterfüttert aufrollt und dabei ein paar interessante Thesen aufstellt? Check. Außerdem, Leute, Burial ist auch Dubstep, also keine Angst, schließlich liebt jeder Mensch Burial.

Die 50 besten Menschen

Luksan Wunder ist so n bisschen Switch Reloaded im Internet und mit viel Zeitgeisthumor – viele dumme Sketches, aber richtig erfrischend und auf ironische Art sehr stumpf, so wie Humor halt sein sollte. Luksan Wunder hat viele Formate, unter anderem die geilen Videos zur richtigen Aussprache (kennt man vielleicht auch vom Postillon) oder die eher langweiligen Literal Videos zu irgendwelche aktuellen Songs. Unter den gefühlt zehntausend Videos gibt’s aber auch immer wieder unbekannte Schätze, wie das hier: Die 50 besten Menschen. Hier wird dieses nervige „Top XXX“-Format von Galileo und so persifliert, mit teilweise überraschenden Menschen (. Erinnert ein bisschen an die Switch-Folge mit den besten Erfindungen der Menschheit, wo der Pömpel auf Platz Eins war. Die Folge mit den Plätzen 45 bis 41 ist mMn die beste, bis jetzt gibt es aber leider noch keine Videos zu den Plätzen 30 bis 1.

Geil sind auch die Top 5 Grammatik-Fakten und die Videos der Minireihe Netzkolleg.

Ka droppt still und heimlich zwei neue Alben: Languish Arts and Woeful Studies

Underground Rapper und hauptberuflicher Feuerwehrhauptmann aus Brookly droppte gestern seine Alben 9 und 10 auf seiner Website und ein Musikvideo für die Single Ascension. Für alle, die Ka nicht kennen:

Ich bin auf Ka durch sein Projekt Orpheus vs. the Sirens zuerst aufmerksam geworden, welches er unter dem Namen Hermit and the Recluse 2018 released hat. Es war direkt eines meiner Lieblingsalbum des Jahres und bis heute ich höre noch regelmäßig rein. Ka ist ein Rapper, der extrem viel Wert auf die lyrische Seite des Rap legt. Seine Texte sind voll mit Metaphern, Wortspielen und Referenzen, die sich bei Orpheues vs. the Sirens thematisch in die griechische Mythik einreihen; seine Beats sind extrem zurückgenommen und meist selbst produziert, oft rappt er quasi über Ambient-Tracks, was weiter seine Texte in den Vordergrund schieben, während er sich selbst, was ja überaus selten in Ami-Rap ist, in den Hintergrund stellt. Trotzdem bietet Kas Musik für mich noch genug Vibe, dass man auch ohne nebenbei die hervorrangenden zu lesen die Musik einfach genießen kann.

Ich habe persönlich leider gerade nich das Cash rumliegen, um ihn $40 für beide Alben in den Rachen zu schieben, aber ich freue mich schon darauf, wenn er die Alben in ein paar Wochen auf Streaming Plattformen hochlädt. Bei denjenigen, wo die Knete lockerer sitzt, kann man hier einen echten Independent-Rapper unterstützen, bei dem die Kohle nicht bei irgendwelchen Schlipps-Trägern landet.

Ramen of Doom

Ein Ramenrestaurant auf Michelinsternniveau bereitet sich auf den Abendservice vor. Nichts ahnend habe ich auf den Link geklickt und wurde in den ersten Minuten mit dieser absurden Menge an toten Tieren konfrontiert. Außerhalb jeglicher politischer und/oder moralischer Essgewohnheitsentscheidung: That’s pretty doom.

Blutiger Freitag

Der schönste Tag der Woche ist da, Zeit inne zu halten und auch den gesellschaftlichen Verwerfungen Beachtung zu schenken, bevor man sich wie besinnungslos an die Ruchlosigkeiten des Wochenendes verschwendet. Räuber Hotzenplotz und der Baader Meinhof Komplex, alles schon in den VHS Rekorder geschoben, was nun ? Raimund Harmstorf, der Testosteron-Teutone der Bonner Republik spielt in diesem Mettbrötchen von Film einen vom rauen Leben in der BRD gezeichneten Schmierlapp und Gangster, dem zwischen Wumme und vollen Aschenbecher antikapitalistische Preziosen aus dem Bart fallen, dass es eine Wucht ist. Ansonsten herrscht ein eher grober Ton, denn ein Banküberfall ist kein Ausflug in die Haschdiele . Diesen Reißer von Rolf Olsen aus dem Jahre 1972 sollte man sich nicht entgehen lassen. Schönes Wochenende.

Gründung von Schloss Cappenberg

Das Geschichtsfenster habe ich nicht geöffnet, aber ich reiß es noch ein bisschen weiter auf: Ein zehnminütiger Animationsfilm über die Gründung des Kloster Cappenberg ganz in unserer (Dortmunder) Nähe, extrem informativ für Leute, die schon immer mal wissen wollten was die Region historisch so auf dem Kasten hat. Der Film bringt die aktuelle Faktenlage, finde ich, ganz gut rüber (wenn man die manchmal sehr klischeehaften Zeichnung nicht allzu ernst nimmt).

Das Kloster Cappenberg ist auch immer nen Tagesausflug wert, den dort ausgestellten Cappenberger Kopf (früher Barbarossakopf) kennen auch Menschen, die mit dem Mittelalter nichts zu tun haben. Ich war 2019 auf ner Tagung zur Gründung des Klosters und war begeistert – die Historie ist schon irgendwo ziemlich nerdig, aber auch mega spannend.

Endlich wieder Trap House Kitchen

Als erklärter M-Beezy-Ultra – der Boy hat es einfach gemaked, von 1 verlachten Kunstfigur zu 1 legit Dude im Rap-Game zu getten – und als Foodfan bin ich natürlich hyped AF, wenn eine neue Episode der legendären Trap House Kitchen dropped. Wie immer sind die cooking skills am been, man getted den appetite; ich würde kritisieren, dass die Fries nach dem Chicken für 4 Minuten gefinished werden und dadurch die heat in beiden parts des dishes nicht consistent ist, aber es sieht trotzdem tasty aus und wie jeder weiß, kann der No-Plug wirklich cooken (siehe u. A. hier). WE LIT!

Geschichtsfenster

Reactionvideos sind tot, lang lebe das Reactionvideo. Scheißt auf „My Grandpa reacting to 2 Girls, 1 Cup“ (hehe, Fäkalwitz), ich hänge jetzt nicht nur noch bei den famosen Held der Steine-Videos*, sondern bei Geschichtsfenster rum. Historiker reagiert auf Harald Lesch, Welt der Wunder und sonstiges und hat auch fernab davon sehr, sehr interessanten, spezifischen (vorrangig Mittelalter-) Content. Ich bin tbh schockiert, dass dieses Video 45 Minuten geht, ich es aber „mal eben nebenher“ zur Abendlunte geschaut habe.

*Wie es sich gehört, eine Fußnote: der Held der Steine hat nicht nur wegen seines obskuren Logo-Kampfes mit der Firma LEGO (sehr interessanter Fall, scheißt auf diese Drecksfirma – aaaaber: schöne Sets kommen dennoch manchmal) auf linksradikalen Memeseiten eine kurze Welle der Lobhudelei erfahren, sondern teilt auch sonst (die Antikapitalisten freuen sich über dieses Fünkchen aufkeimender Opposition) sehr fein gegen die schmierigen Geschäftsmodelle einer der Firmen aus, deren Ware er veräußert und liefert vermutlich die ehrlichsten und ehrbarsten Produktrezensionen im ganzen Internet.